„Weißt du,“ begann Labkraut, „bald kommt der Winter.“
Ich zuckte mit den Schultern. Das war jetzt im November keine große Neuigkeit. Der kleine Kobold sah mich aus seinen klugen Augen aufmerksam an.
„Ich meine ja nur. Hast du schon alle Samen für das nächste Jahr ausgebracht?“
Ich konnte dem Kobold nicht ganz folgen. „Samen bringe ich im Frühjahr aus, wenn ich im Gemüsegarten wieder mit der Arbeit beginne,“ antwortete ich. „Oder was meinst du?“
„Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, um nachzudenken, was du in diesem Jahr alles erschaffen hast,“ erklärte Labkraut. „Und es wäre ein guter Zeitpunkt, um vorzudenken, was du im nächsten Jahr erschaffen willst.“
„Du meinst, ich soll meine Gartenpläne durchgehen? Eine gute Idee!“
Der Kobold schüttelte den Kopf. „Ich meine die Saat deiner Gedanken. Deine Gedanken und Überzeugungen sind wie Samen, die du aussähst und die aufgehen, um deine Umgebung und dein Leben zu gestalten.“
Jetzt hatte mich der Kobold tatsächlich wieder einmal zum Nachdenken gebracht. „Da war schon viel Unkraut dabei im letzten Jahr,“ gab ich zu.
„Willst du im nächsten Jahr das gleiche wachsen lassen oder möchtest du andere Samen säen?“, fragte Labkraut.
„Und wie mache ich das?“, fragte ich. Schließlich kamen Gedanken ja oft einfach so daher.
„Immer wieder jäten,“ antwortete der Kobold. „Unerwünschte Gedanken gar nicht groß werden lassen und ihnen schon gar keine Zeit geben, um Früchte zu tragen.“






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