„Und,“ fragte Labkraut, „was steht heute auf dem Plan?“
„Wieder mal viel zu viel,“ seufzte ich. „Die To-Do-Liste wird immer länger.“
Misstrauisch beäugte mich der Kobold. „Sagtest du nicht neulich was von einer Not-To-Do-Liste?“
„Ja, schon, im Garten!“, antwortete ich. „Aber ich hab ja sonst auch noch was zu tun. Und ich hab einfach viel zu wenig Zeit!“
„Zeit?“, wiederholte Labkraut. „Was ist das denn?“
„Ach Labkraut, ich hab so viel zu tun, ich hab keine Zeit, dir das zu erklären.“ Damit wollte ich mich wieder meinen Aufgaben zuwenden. Doch so schnell ließ der kleine Kobold nicht locker.
„Ich will jetzt aber wissen, was Zeit ist!“, insistierte er. Langsam wurde er mir lästig.
„Warum musst du das denn jetzt unbedingt wissen?“, antwortete ich unfreundlich. „Ich hab jetzt keine Zeit für lange Erklärungen!“
Der Kobold blinzelte. „Naja, vielleicht hab ich ja noch Zeit und kann dir davon was schenken, aber dafür müsst ich mal wissen, was das sein soll!“
Und da traf es mich wie ein Donnerschlag. Mein Mund klappte auf und wieder zu, die Aufgabe, auf die ich gerade noch so konzentriert war, war vergessen. Der Kobold wollte mir Zeit schenken – und ich hatte keine Zeit, um dieses Geschenk anzunehmen.
Ich atmete tief durch und dann erklärte ich dem Kobold alles, was ich über Zeit wusste. Ich nahm mir alle Zeit der Welt dafür – denn plötzlich war genug davon da. Und meine Aufgaben? Naja, ich brauchte ja auch am nächsten Tag noch was zu tun.






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