„Sag mal,“ fragte ich Labkraut, „wie merkt man eigentlich, dass so ein Garten lebt?“
Wieder mal erntete ich von dem kleinen Kobold einen verständnislosen Blick. „Wie meinst du das?“, fragte er mit großen Augen.
„Na, so ein Garten, der lebt doch, oder?“
„Alles lebt,“ erwiderte Labkraut.
„Ja, aber wie erkenne ich, dass etwas lebt? Schau mal, der Garten da draußen liegt ziemlich kahl und zerrupft da vom Winter. Man könnte meinen, dass alles darin tot und erfroren ist. Ich kann mir kaum vorstellen, dass in wenigen Wochen hier wieder alles grün sein soll und blüht und bald darauf Früchte trägt.“
Labkraut nickte. „Es mag so aussehen, als wäre alles da draußen erfroren. Aber schau mal genau hin: Hier zeigt sich schon ein Spitzchen frisches Grün. Und dort drüben kannst du Knospen entdecken! Der Garten verändert sich, auch wenn es nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Und dass etwas sich verändert, ist ein sicheres Zeichen dafür, dass Leben darin ist.“
„Stimmt das wirklich?“, fragte ich. „Totes Laub verändert sich doch auch, es zersetzt sich und wird zu Erde.“ Ganz konnte ich dem Kobold nicht glauben.
„Totes Laub zersetzt sich, weil darin Mikroorganismen leben, die dafür sorgen, dass es sich zersetzt,“ lachte Labkraut. „Ich hab‘s dir ja schon gesagt – alles lebt!“
„Und alles verändert sich?“, fragte ich. „Muss das sein? Manches ist doch schön, so wie es ist.“
Labkraut zwinkerte mir zu. „Gerade weil sich alles verändert, kann es immer wieder auf neue Art schön werden. Der Garten. Das Leben. Und du.“






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