„Und,“ fragte Labkraut, „wie siehts aus mit deinen Neujahrsvorsätzen? Alle schon erledigt?“ Der kleine Kobold grinste, wohl wissend, dass meine Vorsätze sich meist schon in den ersten Jännerwochen in Luft auflösten. Doch mit meinem Schlausinn hatte er nicht gerechnet.
„Das will ich doch hoffen!“, antwortete ich ernst. „Schließlich hab‘ ich mir dieses Jahr ganz besondere Vorsätze überlegt.“
„Ach, und welche“, wollte Labkraut neugierig wissen. „Sag doch mal!“
„Also eigentlich waren es gar nicht so viele. Warte mal … ach ja! Erstens: viel mehr Zeit am Smartphone verbringen, Social Media und so.“
Labkraut bekam große Augen.
„Zweitens:“, zählte ich weiter auf, „viel weniger oft im Garten sitzen und genießen.“ Jetzt sah mich Labkraut an, als wäre ich verrückt geworden. Mit ernster Miene fuhr ich fort: „Und drittens: auf keinen Fall glücklich sein.“ Labkraut schien jetzt kurz davor, in Ohnmacht zu fallen. „Ich glaube, das war’s.“
Labkraut schwieg. Lange. Sehr lange. Sein Gesichtsausdruck hingegen sprach Bände. Er überlegte wohl, ob ich nun endgültig übergeschnappt war. Schließlich hielt ich es nicht mehr aus und lachte laut los. Nun ging dem Kobold ein Licht auf.
„Ich hätte es wissen müssen,“ lachte er mit mir. „Eine geniale Strategie! Wenn du sowieso schon weißt, dass du das Gegenteil von dem machen wirst, was du dir vornimmst, dann lässt du deine kleine Schwäche einfach für dich arbeiten … und gewinnst!“
Ich nickte. „Ich kenn mich ja schon ein paar Jahre und weiß, wie ich funktioniere,“ grinste ich. „Und jetzt setzen wir uns in den Garten und genießen die Sonne.“






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