„Weißt du,“ sinnierte Labkraut, „ihr Menschen seid wie dieses Blumenbeet.“
Ich genoss die letzte sommerliche Wärme im Liegestuhl und blickte über die herbstliche Farbenpracht. Eine Blüte schöner als die andere: Astern, Sonnenhut, Herbstanemonen.
Der Kobold las wieder einmal meine Gedanken. „Du siehst die einzelnen Blumen,“ stellte er fest. „Ich sehe das ganze Beet.“
„Wie meinst du das?“, fragte ich.
„Siehst du, ihr Menschen haltet euch für Individuen, getrennt voneinander, wie die einzelnen Blumen in diesem Beet. Das seid ihr ja auch, aber gleichzeitig seid ihr alle miteinander verbunden. Ihr bildet ein größeres Ganzes, so wie diese Blumen das Beet bilden.“
„Nette Idee, aber von dieser Verbindung bemerke ich wenig, wenn ich mir ansehe, wie es auf diesem Planeten zugeht,“ erwiderte ich.
„Natürlich, das gehört zum Spiel!“, grinste der Kobold. „Eure Emotionen – Liebe, Ärger, Freude, Zorn … – könnt ihr doch nur so intensiv wahrnehmen, weil ihr sie nach außen projizieren könnt auf andere Individuen. Und doch seid ihr letztendlich alle ein großer gemeinsamer Gedanke der Schöpfung. Mehr noch: Gemeinsam seid ihr das Bewusstsein, das diesen Gedanken denkt.“
Wow, dachte ich. Wie dieser Kobold aus einem Blumenbeet die Weisheit des Universums liest …
Labkraut schmunzelte. „Vom Größten bis zum Kleinsten ist alles miteinander verbunden. Du musst nur hinsehen, dann erschließt es sich dir auch.“






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