„Und,“ fragte Labkraut, „was ist dir denn jetzt für eine Laus über die Leber gelaufen?“
Der kleine Kobold hatte mit seinen feinen Antennen gleich gemerkt, dass ich schlechte Laune mit mir herumtrug.
„Man wirft mir vor, alles schön zu reden,“ grummelte ich.
„Tust du das denn?“, fragte Labkraut.
„Natürlich tu ich das!“, erwiderte ich aufgebracht. „Aber keiner versteht, warum ich das tu.“
Jetzt schien Labkraut tatsächlich gespannt zu sein auf meine Erklärung. Ich tat ihm den Gefallen und schimpfte los:
„Mir ist klar, dass es viele Probleme gibt auf der Welt. Ich mag aber nicht meine Energie damit verschwenden, über Probleme nachzudenken. Davon bekomm ich nur Kopfweh. Lieber denk ich darüber nach, wie es sein könnte, damit es schön ist, und überleg mir dann, was ich persönlich tun kann, um da hin zu kommen.“
Der Kobold nickte.
„So dumm ist das gar nicht,“ meinte er. „Zuerst die Welt schön denken, dann die Welt schön reden und dann die Welt schön machen. Das klingt doch nach einem Plan.“
„Manche meinen, ich mach es mir zu einfach. Dabei mach ich einfach! Zumindest du verstehst mich,“ seufzte ich.
„Ich bin ja auch ein Kobold,“ lachte Labkraut. „Als Naturwesen weiß man, dass alles ganz einfach ist – außer man nimmt es doppelt.“






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