„Weißt du,“ stellte Labkraut naserümpfend fest, „dass das, was du da gerade kochst, ziemlich … interessant … riecht? Was wird denn das?“
„Ein Zaubertrank,“ antwortete ich geheimnisvoll. Der kleine Kobold wurde hellhörig.
„Was für ein Zaubertrank?“, wollte er wissen. „Was ist da drin?“
„Kurkuma, Zitrone und Ingwer,“ antwortete ich. „Ist gegen meine Erkältung.“
Der Kobold schien etwas enttäuscht zu sein.
„Ist dir das nicht magisch genug?“, fragte ich. „Ich hab das Rezept von einem echten Zauberer bekommen! Aber immerhin bist du ein Kobold, du bist wahrscheinlich ganz andere Sachen gewohnt.“
„Oh nein, das ist es nicht,“ antwortete Labkraut. „Es ist nur, wir Kobolde werden nie krank. Und der Trank riecht irgendwie gut, aber weil ich nicht krank bin, bekomm ich wohl nichts davon.“
So betrübt hatte ich ihn noch nie gesehen. Kobolde, muss man wissen, sind von Natur aus ein neugieriges Völkchen. Und so ein Zaubertrank nach einem echten Zauberer-Rezept, das machte Labkraut mehr als nur ein bisschen neugierig. Ich grinste in mich hinein.
„Ein bisschen muss der Trank noch köcheln,“ erklärte ich geheimnisvoll. „Und dann sehen wir weiter.“
Der Trank war fertig, und ich füllte zwei Tassen damit: eine große für mich und eine kleine für Labkraut. Noch ein Löffelchen Honig dazu – das gefiel dem Kobold ganz besonders.
„Schmeckt tatsächlich interessant,“ stellte der Kobold fest und schüttelte sich. „Gibt’s auch einen Zauberspruch dazu?“
„Oh nein,“ antwortete ich. „Die wirkungsvollsten Zauber sind oft die, die nur ganz leise gewirkt werden.“






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