Eier. Geselchtes. Kren. Und natürlich Brot. Die Grundzutaten für unsere traditionelle Osterjause. Ich verrate euch heute mein Rezept für das absolut beste Osterbrot: weich und flaumig, ein bisschen süß, die perfekte Unterlage für das herzhafte Osterfleisch.
Aber warum essen wir eigentlich zu Ostern „süßes“ Brot zum Fleisch?
Die Antwort finden wir irgendwo zwischen Geschichte, Symbolik und Magie. Früher war Weißbrot ein Luxus, den man sich nur zu besonderen Anlässen leistete. Nach der langen kirchlich diktierten Fastenzeit waren Eier, Butter und Milch die ersten richtig nahrhaften Lebensmittel, die wieder auf den Tisch kamen. Das süße Brot war damit ein Zeichen von Fülle und Neubeginn.
Wie viele Bräuche rund um Ostern hat auch das Osterbrot Wurzeln, die weit älter sind als das christliche Fest: Zu besonderen Festtagen gab es schon bei den Kelten besondere Brote, die nicht nur Nahrung waren, sondern auch eine spirituelle Bedeutung hatten. Sie waren ein essbares Ritual und wurden oft auch als Opfergabe für die Ahnen oder Naturgeister dargebracht.
Im christlichen Kontext wird die Osterjause geweiht, oft an Marterln oder Kreuzwegen, wo das ganze Dorf zusammenkommt. Auch dieser Brauch ist älter als das Christentum, denn wohl nicht ganz zufällig stehen Marterln und Wegkreuze an Orten, die lange vor der Christianisierung Europas schon spirituelle oder energetische Bedeutung hatten.
Geweiht oder ungeweiht (oder selbst geweiht – meine Lieblingsvariante) – die Osterjause ist einfach ein Highlight im Frühling. Und selbst gebacken schmeckt das Osterbrot gleich noch ein Stück besser.
Hier ist also mein Rezept für Osterbrot, das du ganz einfach nachbacken kannst.
Plan dafür ein bisschen Vorlaufzeit ein, denn das Rezept ist nicht kompliziert, braucht aber ein bisschen Zeit und Ruhe.
Osterbrot
am Vortag
Zuerst setzt du einen Aniswein an: 1/8 l Weißwein und 1 Teelöffes Anis miteinander verrühren und 24 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.
Jetzt gehts los – diese Zutaten brauchst du
- 300 ml Milch
- 40 g Zucker
- 15 g Butter
- 5 g Salz
- 1 Eidotter (heb das Eiklar auf zum Bestreichen)
- 700 g Mehl
- 40 g Speisestärke
- 2 Sackerl Trockengerm (Hefe)
- den angesetzten Wein vom Vortag
Osterbrot backen: so geht’s
Erwärme die Milch in einem Topf. Sie sollte handwarm sein, auf keinen Fall zu heiß.
Rühr den Zucker und das Salz ein und lass die Butter in der Milch schmelzen. Dann gibst du den Eidotter dazu und rührst alles gut durch.
Gib das Mehl in eine große Rührschüssel, dazu die Speisestärke, die Germ, sowie die Eiermilch und den abgeseihten Wein.
Jetzt „überschlägst“ du die Mischung, das bedeutet, du rührst mit einem Kochlöffel alles zusammen. Anschließend kommt die Teigmischung auf deine Arbeitsfläche und jetzt wird geknetet.
Germteig braucht viel Liebe und Hautkontakt. Knete den Teig so lange, bis er glatt und seidig wird und sich nicht mehr klebrig anfühlt. Das kann schon mal 10 Minuten oder auch länger dauern.



Gib den Teig zurück in die Schüssel und deck ihn zu. An einem warmen Ort muss er jetzt ruhen und darf 30 Minuten lang aufgehen.
Danach formst du den Teig zu einem schönen runden Laib, bestreichst ihn mit dem verquirlten Eiweiß und ritzt ihn mit einem scharfen Messer ein- oder zweimal ein. Dadurch bekommt er die typische Osterbrot-Form.
Nun kommt der Laib auf ein Backblech und darf zugedeckt mit einem Küchentuch weitere 30 Minuten lang aufgehen. In dieser Zeit wird er sein Volumen fast verdoppeln.
Im vorgeheizten Backrohr bei 160 °C Ober- und Unterhitze backen. Wenn dein Brot zu dunkel zu werden droht, deck es mit Backpapier oder Alufolie für den Rest der Backzeit ab!
Natürlich gibts beim Osterbrot große regionale Unterschiede. Meine Variante ist die steirische, die ohne Rosinen oder Vanille auskommt und nicht ganz so „germteigig“ ist. In Kärnten zum Beispiel liebt man es noch süßer und isst zum Osterfleisch den Reindling, der mit Rosinen, Zucker und Zimt eher einer Mehlspeise ähnelt.







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