Geschichten vom Labkraut: Die Not-To-Do-Liste

Ausgezeichnet mit dem
steirischen Renaturierungspreis 2024

„Und,“ fragte Labkraut, „was machst du heute?“

„Oh, ich verfasse eine wichtige Liste für den Herbst: Meine Not-To-Do-Liste,“ antwortete ich.

„Aha … und was soll das sein?“, wollte der kleine Naturgeist wissen.

„Das ist eine Liste, auf der alles draufsteht, was ich im Herbst im Garten NICHT machen werde,“ erklärte ich geduldig. Jetzt wurde Labkraut neugierig.

„Was steht denn da drauf?“

Kobolde haben es nicht so mit komischen menschlichen Schriftzeichen, darum las ich ihm einige Punkte vor.

„Laub zusammenrechen und entsorgen, Stauden und Gräser zurückschneiden, Gemüsebeete umgraben …“

„Danke, genügt schon,“ unterbrach mich Labkraut. „Ich hab‘s verstanden! Du lässt all die unnötigen Arbeiten sein, die dem Garten ohnehin nichts Gutes tun.“

„Exakt so ist es. Hast du mir ja beigebracht: Laub soll liegenbleiben, der Wind weht es dann schon weg vom Rasen und unter Sträuchern und Bäumen dient es als Unterschlupf für unsere vier-, sechs- oder achtbeinigen Gartenmitbewohner. Die Stauden und Gräser dürfen über den Winter stehen bleiben, denn darin verbringen auch viele Nützlinge den Winter. Außerdem sehen sie hübsch aus mit Raureif oder einem Schneehäubchen drauf. Und die Erde in den Gemüsebeeten wird auch nicht umgegraben, schließlich wollen wir das Bodenleben nicht unnötig durcheinanderwirbeln und stören.“

„Hast also doch aufgepasst, was ich dir in den letzten Jahren alles so erzählt hab.“ Labkraut nickte anerkennend. „Dann tust du heuer gar nichts mehr im Garten?“

„Oh, ich hab genug zu tun!“, antwortete ich. „Ernten und die Ernte verarbeiten und einkochen zum Beispiel, oder Blumenzwiebeln pflanzen für den Frühling. Und dann will ich ja auch noch Zeit haben, um die Füße hochzulegen und den Rest des Sommers zu genießen!“

„Das, meine Liebe,“ erwiderte Labkraut, „klingt nach einem ausgezeichneten Plan.“

Die Geschichten vom Labkraut erscheinen regelmäßig in der Kikeriki-Zeitung.

Inhalte zu Kräutern und deren Verwendung sind als Anregung gedacht und ersetzen keinesfalls einen Besuch beim Arzt. Verwende nur Kräuter, die du sicher bestimmen kannst. Für die Umsetzung der Rezepte übernimmst du selbst die Verantwortung.

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