„Und,“ grinste Labkraut, „hast du dich schon erholt vom letzten Wochenende?“
Natürlich wusste der kleine Quälgeist genau, dass ich mich noch längst nicht erholt hatte. Schließlich hatte er mir das ganze Wochenende beim Schuften zugesehen: Grasnarbe abstechen, Erde auflockern, Pflanzen platzieren, Pflanzen neu und anders platzieren, Pflanzen einsetzen … und dann nochmal einsetzen, weil die Hühner sie wieder ausgegraben hatten, Steine schleppen, um die Pflanzen damit Hühnersicher zu machen … Mein Muskelkater und ich zeigten dem Kobold die Zunge. Er kugelte sich vor lauter lachen.
„Wieso gehst du das alles auch so grob an?“, triezte er mich. „Du hättest auch Karton oder Zeitungspapier auflegen können, um das Gras darunter loszuwerden.“
„Aber das dauert so lange!“, widersprach ich.
„Und warum musste das Gras überhaupt weg?“, fuhr der Kobold fort. „Ein Stück Wiese ist schließlich auch ein vollwertiges Beet.“
„Da hast du eigentlich recht: Gräser, Blumen, alles drin in so einer Wiese. Aber verstehst du, ich wollte hier einfach etwas anderes haben. Pflanzen, die ich mir ausgesucht habe. Einen Platz, von dem ich sagen kann, dass ich ihn gestaltet habe.“
„Natürlich willst du das – es ist ein wichtiger Teil des Menschseins, gestalten zu wollen. Ihr seid ja schöpferische Wesen! Etwas zu verändern, liegt in eurer Natur. Ungeduld aber auch. Und wer keine Geduld hat für sanfte Veränderungen, muss eben damit leben, dass es etwas weh tut.“
Ich betrachtete liebevoll mein neues Beet. Manchmal musste es eben schnell gehen – und das Ergebnis war ein bisschen Schmerz wert.






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