„Hast du auch manchmal das Gefühl, dass nichts besser wird?“, sinnierte ich. „Alles wird immer wieder anders, aber wann wird es richtig gut?“
Der kleine Kobold saß auf einem Stein und zog eine freche Grimasse.
„Richtig gut? Du meinst, so, dass man nicht immer das Gefühl hat, es fehlt noch was?“
„Ja, so könnte man es sagen,“ antwortete ich. „Irgendwie fühlt sich alles immer nach Übergang an, aber nie als angekommen.“
„Der ewige Zwischenraum“, nickte Labkraut. „Das klingt, als würdet ihr Menschen darin wohnen.“
„Tun wir ja auch irgendwie“, meinte ich. „Immer auf dem Weg zu irgendwas: Danach wird es besser. Danach ist es ruhiger. Danach passt es dann. Aber dieses Danach kommt nie.“
Der kleine Kobold schwieg einen Moment und ließ die Beine vom Stein baumeln.
„Wenn du immer nach dem ‚Ankommen‘ schaust, sieht alles andere wie Warten aus. Ihr habt euch das Warten gut antrainiert und prüft jeden Moment darauf, ob er schon das Ziel ist. Dann wirkt selbst das, was schon da ist, nur wie ein Übergang.“
„Dieses ständige Dazwischen ist anstrengend,“ seufzte ich.
Labkraut nickte langsam.
„Vielleicht ist das Problem nicht das Dazwischen,“ erklärte er, sondern dass ihr eigentlich immer schon woanders sein wollt.“
Dass Labkraut recht hatte merkte ich daran, dass ich grummelig wurde. Labkraut merkte es ebenfalls und grinste noch frecher als sonst.
„Es wird nicht besser als jetzt,“ lachte er. „Und jetzt. Und jetzt. Und jetzt.“
Die Geschichten vom Labkraut erscheinen regelmäßig in der Kikeriki-Zeitung.








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