Geschichten vom Labkraut: Wintervorräte

Samenstand einer Wilden Möhre

Ausgezeichnet mit dem
steirischen Renaturierungspreis 2024

„Hast du schon gesehen? Jetzt verkaufen sie wieder überall Vogelfutter,“ erzählte ich dem kleinen Kobold. Er war ja immer sehr neugierig, auf welche Ideen wir Menschen so kamen.

„Aha,“ meinte er nur. „Und warum kaufen die Menschen das?“

„Damit die Vögel im Winter etwas zu fressen haben,“ erklärte ich. „Die Früchte sind geerntet, die Blumen sind verblüht und zurückgeschnitten …“

Ich verstummte. Labkraut grinste.

„Merkst du selber, oder?“

Labkraut pflückte einen trockenen Samenstand und hielt ihn mir unter die Nase.

„Da sind Samen drin. Vögel fressen Samen. Ihr schneidet also das Futter aus dem Garten und kauft es anschließend im Sackerl. Dabei wird doch der ganze Garten im Herbst zur Vorratskammer!“

„Eine ziemlich chaotische Vorratskammer,“ warf ich ein.

Labkraut grinste. „Ist ja auch ein Garten und kein Supermarkt!“

Er setzte sich auf einen trockenen Stängel und betrachtete zufrieden sein Reich.

„Und wann soll ich dann die Stauden zurückschneiden?“, fragte ich.

„Na, wenn die Vögel satt sind!“, erklärte Labkraut. „Irgendwann nächstes Jahr im Frühling. Und bis dahin machen wir es uns gemütlich und schauen den Vögeln beim Futtern zu.“

Die Geschichten vom Labkraut erscheinen regelmäßig in der Kikeriki-Zeitung.

Inhalte zu Kräutern und deren Verwendung sind als Anregung gedacht und ersetzen keinesfalls einen Besuch beim Arzt. Verwende nur Kräuter, die du sicher bestimmen kannst. Für die Umsetzung der Rezepte übernimmst du selbst die Verantwortung.

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