Die Zeigerpflanze Holunder reift – Gartenarbeiten im Frühherbst

Die heißen Tage sind noch längst nicht vorbei, doch die reifen Früchte der Zeigerpflanze Holunder künden bereits vom Herbst. Im Frühherbst gibt es im Garten viel zu tun!

Der Holunder oder auch Holler ist eine der wichtigsten Zeigerpflanzen im phänologischen Kalender. Seine weißen Blütendolden kündigen den Beginn des Sommers an, und seine reifen Beeren zeigen, dass der Sommer zu Ende geht und der Herbst in den Startlöchern steht.

Von alters her ist der Holunder auch in der Volksmedizin nicht wegzudenken. Aus seinen getrockneten Blüten kann man einen fiebersenkenden Tee zubereiten und die vitaminreichen Beeren schmecken nicht nur vielen Vögeln, sondern schmeicheln als Saft oder Hollerröster auch dem menschlichen Gaumen. Roh sollten wir sie allerdings nicht verzehren, da sie Sambunigrin enthalten, das bei Menschen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslöst. Kochen zerstört diesen Stoff und macht die Holunderbeeren bekömmlich.

Gartenarbeiten im Frühherbst

  • Auf abgeernteten Beeten im Gemüsegarten kannst du Gründüngung aussäen, zum Beispiel Phacaelia oder Senf. Die Pflanzen bedecken den Boden über den Winter und werden im Frühling abgeschnitten oder untergegraben.
  • Für Spinat und Vogerlsalat beginnt jetzt die richtige Aussaatzeit. Auch Radieschen kannst du noch säen.
  • Für viele Pflanzarbeiten ist jetzt der richtige Zeitpunkt: Frühjahrsblühende Zwiebel- und Knollengewächse kannst du jetzt in die Erde bringen. Auch Rhabarber kannst du pflanzen. Im Blumenbeet finden jetzt vorgezogene zweijährige Blumen ihren endgültigen Platz.
  • Im Obstgarten beginnt jetzt die große Erntezeit. Zwetschgen und Birnen sind reif und wollen geerntet und eingelagert oder verarbeitet werden. Fallobst, zum Beispiel frühzeitig abgefallene Äpfel, solltest du ebenfalls verwerten. Du kannst daraus zum Beispiel Apfelmus machen und für den Winter einkochen.
  • Wenn du Hügel- oder Hochbeete anlegen willst, kannst du jetzt gut damit beginnen. Baum-, Strauch- und Staudenschnitt, der bis zum Frühling anfällt, kannst du darin verwerten.
  • Wenn du deine Beerensträucher vermehren möchtest, kannst du jetzt Stecklinge schneiden.
  • Auch viele Stauden und Ziergräser kannst du vermehren, indem du sie jetzt teilst und neu einpflanzt.

Die Fruchtreife der Zeigerpflanze Holunder kündigt den Beginn des Frühherbst an. Er dauert bis zur ersten Blattfärbung bei Rotbuche, Esche und Erle. Dann ist der Herbst endgültig da.

phänologische Kalender
Der phänologische Kalender ist immer präzise, denn er richtet sich nach den Gegebenheiten des jeweiligen Gartens. Du kannst ihn dir kostenlos als PDF-Datei herunterladen.

Die wertvolle Zeigerpflanze Holunder sollte in keinem Garten fehlen

Der schwarze Holunder, lateinisch Sambucus Nigra, gehört zu den wertvollsten heimischen Sträuchern und war früher auf keinem Hof wegzudenken. Besonders gern wächst der Holler an Haus- oder Stallecken: genau dort, wo es viel Stickstoff gibt, weil Tiere dort immer wieder hingepinkelt haben – oder gar der Bauer selbst.

Mit einer Wuchshöhe von bis zu 11 Metern passt der Holler eher in größere Gärten. Man kann ihn aber als kleinen Baum erziehen, indem man nur den Mitteltrieb stehen lässt. So kann er auch in kleineren Gärten Raum finden.

Als heimischer Wildstrauch bildet der Holunder die Lebensgrundlage für über 60 Vogelarten, 8 Säugetier- und mehr als 20 Insektenarten, die sich von seinen Früchten, Blättern und Trieben ernähren.

Vor dem Holler sollst du dich verneigen und den Hut ziehen!

Alte Bauernweisheit

Holunder als Zauberpflanze

Um den Holler und seine Zauberkraft ranken sich viele Mythen und Legenden. Er gilt als Wächter und Tor zur Anderswelt, Sitz der Feen und Elfen und wird versschiedenen Göttinnen zugeschrieben. So soll laut der nordischen Mythologie die Götten Freya, die Beschützerin von Haus und Hof, im Holunder wohnen. Andernorts ist es Frau Holle, die Erdgöttin Holla, die negative Einflüsse ableiten soll. Der Holunder galt als Abwehrbaum gegen böse Geister und Dämonen, beschützte Mensch und Tier vor Krankheit, Feuer, Unwetter oder Blitzschlag und half, den häuslichen Frieden zu bewahren.

Ein Holunderstrauch sollte sich selber seinen Platz suchen dürfen. Früher wurde er nicht gepflanzt, sondern durfte doch wachsen, wo er wachsen wollte. Wer einen Holunderstrauch ausriss oder umschnitt, hatte mit wenig Glück zu rechnen.

zeigerpflanze holunder
Die reifen Früchte der Zeigerpflanze Holunder lassen sich vielfältig in der Küche verwenden.

Wusstest du?

  • Holunder ist eine strahlensuchende Pflanze und wächst gerne auf Wasseradern.
  • Für Harry-Potter-Fans: Der mächtige Elderstab ist aus Holunderholz gemacht!
  • Aus dem Holz des Holunderstrauchs lassen sich Pfeiferln und Flöten schnitzen.